Selig (D)

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Es waren einmal die goldenen Neunziger Jahre. Eine Dekade, in der der Rubel im Musik-Business rollte und rollte und rollte. MTV las alltäglich die Pop-Messe, die eine ganze Generation von Musikfans zu Jüngern machte. Die Sounds brachial, die Videos mit Spielfilm-Budgets ausgestattet und pompös inszeniert - video killed the radiostar - die Popwelt bestand (fast) nur noch aus posenden Giganten.

Glamour ohne Anfang noch Ende, manchmal vollkommen sinnlos, zuweilen einfach nur überwältigend bunt und genial.

Heute wissen wir, dass das Ganze ein zynisches Ende nahm, mit Kurt Cobains Tod nämlich. Und später kam das Internet und kippte die Musikkonzerne, die kein Morgen kannten, einfach mit einem kleinen Fingerstupser um.

Eine deutsche Band, die das alles mitgemacht, die den Wahnsinn gelebt und praktisch verkörpert hat, ist die Band Selig um Frontmann Jan Plewka. Sie pflegten und pflegen immer noch im Gegensatz zu vielen anderen Gruppen, die nur die angestrengte Pose konnten, einen Sound, der zeitlos groß entworfen war und ist: Psychedelischen Glam-Rock mit übermütigen und ergreifend extrovertiertem Gesang. Selig waren und sind echte Rockstars und werden es für immer bleiben.

Sie haben das drauf, weil sie die Mittel dafür beherrschen wie kaum eine zweite deutsche Band. Wenn die Wah-Gitarre in einen Balladen- Part mit Ziel Ekstase schneidet, Jan Plewka zeigt, wie aus Stimme, Pose und Wörtern kleine Szenen der erotischen Art für große Bühnen entstehen, wird man automatisch wieder zum Jünger dieser Prediger des Rock'n Roll.

"Ist dies ein Traum, kann es immer so sein Sie fahren rauf, lassen niemanden rein Dies hier kann dauern, so wie es aussieht Er sitzt auf dem Bett und genießt ihre Aussicht" - (Selig, Nimm mich so wie du bist, 2017)

Dass es Selig immer noch gibt und ihre Energie sich weiterhin ungebrochen erzählt, das ist für uns ein gutes Zeichen. Man kann darauf gespannt sein, wenn sie im Kulturzelt die Messe lesen. Es wird einen Flashback geben, denn ihr Debüt-Album Selig feiert 25-jähriges Jubiläum. Und neues Material, den Longplayer Kashmir Karma, haben sie ebenfalls im Repertoire.

Am besten, wir werfen uns in Schale, um dem Rock'n'Roll angemessen zu huldigen.

Termin

Stadt Spielstätte Datum Uhrzeit
Kassel Kulturzelt an der Drahtbrücke 30.08.2019 19:30 Uhr

Preise

  Preis in Euro gewünschte Anzahl
Stehplatz 33.25